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Einladung zum Bunten Abend der Stufe Q2

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern,

liebe Lehrerinnen und Lehrer und liebe Interessierte,

 

wir, die Q2, laden Sie herzlich ein zum „Bunten Abend“ am:

 

Dienstag, den 28.01.2020 / Beginn 18.30 Uhr

 

Unter den Programmpunkten befinden sich Schauspiel, Orchester, Gesang und vieles mehr.

Wir freuen uns auf viele Besucher!

 

Die Q2

 

Schulsieger des Vorlesewettbewerbs 2019 am Gymnasium Dionysianum ermittelt

Mucksmäuschenstill war es am vergangenen Donnerstag, als sich die Sechstklässler des Gymnasium Dionysianum in der Petrikirche zum diesjährigen Vorlesewettbewerb trafen. Und auch einige Eltern und Großeltern versammelten sich dort, um den Finalisten die Daumen zu drücken.

In den vergangenen Wochen hatten sich die drei Klassen intensiv auf den Wettbewerb vorbereitet. Jede Schülerin und jeder Schüler hat ein Lieblingsbuch ausgesucht, das fehlerfreie und angemessen betonte Vorlesen einer Textstelle geübt und den Mitschülern präsentiert. Mithilfe von Bewertungsbögen wurden die beiden besten Vorleser jeder Klasse ermittelt, die nun gegen die Sieger der Parallelklassen antraten.

Den Anfang machte Greta Lammers aus der Klasse 6a, die mit der quirligen „Anne auf Green Gables“ von Lucy Maud Montgomery ein Buch ausgewählt hatte, das bereits seit über 100 Jahren Mädchen auf der ganzen Welt begeistert.

Ebenfalls für einen Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur hatte sich Eduard Eying aus der Klasse 6b entschieden, der seinen Mitschülern nicht nur den frechen „Karlsson vom Dach“ von Astrid Lindgren vorstellte, sondern auch eine Dampfmaschine mitgebracht hatte, um seinen Vortrag noch anschaulicher zu gestalten.

Karen Eleveld aus der Klasse 6c begeisterte die Zuhörer mit einem Textauszug aus dem Roman „Momo“ von Michael Ende, in dem die Hauptfigur die Menschen vor den grauen Herren warnen will, die die Zeit stehlen und so das Miteinander in der Stadt gefährden.

Mit den sogenannten Animox – Menschen, die sich in mächtige Tiere verwandeln können – machte Elias Pleie aus der Klasse 6c seine Zuhörer bekannt. In dem gleichnamigen Buch „Animox“ von Aimée Carter erfährt der 12-jährige Simon, dass er über diese besondere Gabe verfügt und in einem erbitterten Kampf seine Mutter retten muss.

Maresa Bültel aus der Klasse 6b entführte ihre Mitschüler in die Welt von Kurt und seinen Freunden, die in dem Buch „Vorstadtkrokodile“ von Max von der Grün einer Einbrecherbande auf die Spur kommen.

Für das erst vor kurzem erschienene Buch „Magnus Chase“ von Rick Riordan hatte sich Noah Hermes aus der Klasse 6a entschieden. Darin erfährt der Held jugendliche Held Magnus, dass er von einem nordischen Gott abstammt und an der Seite von Trollen, Riesen und Monstern den Weltuntergang verhindern muss.

Nachdem diesen Teil alle Finalisten mit Bravour bewältigt hatten, wartete auf die Schüler in der zweiten Runde eine weitere Herausforderung. Passend zum Advent hatten die Deutschlehrerinnen das Buch „Die Christbaumräuber“ von Jo Pestum ausgewählt, aus dem jeder eine unbekannte Textstelle vorlesen musste. Hier zeigte sich die Aufregung der Schüler deutlicher, sodass sich Unterschiede in der Leseleistung zeigten.

Nach einer kurzen Beratungszeit und begleitet von dem donnernden Applaus der Mitschüler konnte die Jury, bestehend aus der Vorjahressiegerin Thea Micheely und den drei Deutschlehrerinnen Antje Burkhard, Ina Peterek und Irmgard Sabelus, die Sieger verkünden: Greta Lammers gelang durch ihren überzeugenden Vortrag in beiden Runden der erste Platz. Knapp dahinter landete Eduard Eying auf dem zweiten Platz und wurde für seine souveräne Leseleistung ebenfalls mit einem Rheine-Gutschein geehrt. Mit einem süßen Präsent wurden die weiteren Finalisten und das mitfiebernde Publikum belohnt.

Anfang des kommenden Jahres darf Greta das Dio beim Regionalentscheid vertreten. Wir drücken ihr die Daumen!

 

Text: Ina Peterek, Bild: Irmgard Sabelus

Vorlesewettbewerb Französisch

Concours de lecture

 

Nach einem Lernjahr Französisch schon ein ganzes Buch auf Französisch lesen? Klingt unmöglich, ist es aber nicht. Denn die beiden Französischkurse des Jahrgangs 7 von Frau Schulz-Bennecke und Frau Bölscher starteten mit einem Lektüreprojekt in das neue Schuljahr. Sie lasen „Le journal de Théo – un voyage de fous“. Unterrichtsbegleitend trainierten die Schülerinnen und Schüler mit einer Hörversion des Buches das Lesen unbekannter Textabschnitte. Nach einem Vorentscheid am vergangenen Montag in den beiden Klassen trafen sich letzten Donnerstag beide Französischkurse in der Petrikirche zu einem finalen concours de lecture.Die sechs Wettstreiter Nele, Fynn, Theo, Klara, Stella und Ida präsentierten dem Publikum und der Jury jeweils einen bekannten und einen unbekannten Textauszug aus ihrer Lektüre. Dabei wurde nicht nur Aussprache und Intonation bewertet, sondern auch die Lebendigkeit des Vortrags und die Ausdrucksstärke.

Den ersten Preis, ein Französischwörterbuch, gewann Theo. 

Ida und Klara belegten Platz zwei und drei bei diesem Vorlesewettbewerb.

Bravo et félicitations !!

 

Foto: L. Janecke

Text: V. Bölscher

Q2: Eine Stufe, drei Ziele – Die Studienfahrt nach Weimar!

In der vergangenen Woche war für die Jahrgangsstufe Q2 des Gymnasium Dionysianum Studienfahrtswoche. Die Leistungskurse Deutsch und Geschichte waren eine Woche in der Kulturstadt Weimar.

 

Nach der Ankunft in Weimar, stand eine Stadtführung, die selbstständig von den Schülerinnen und Schülern im Vorfeld vorbereitet wurde, auf dem Programm, die jedoch nach dem Besuch des Goethe-und-Schiller-Denkmals vor dem Deutschen Nationaltheater abgebrochen wurde, da das Wetter immer schlechter wurde. Beim Bowlingabend wurde das schlechte Wetter vergessen und die Gruppe rückte näher zusammen.  

Am Dienstagmorgen, bei strahlenden Sonnenschein, wurde die Stadtführung, bei welcher kurze Impulsreferate gehalten wurden, fortgesetzt. Anschließend besuchte die Gruppe den Rokokosaal im Historischen Gebäude der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, welcher durch seine Architektur und Gestaltung begeisterte. Nach einem Spaziergang durch den Park an der Ilm, wurde am Nachmittag das Gartenhaus Goethes, welches Goethes erster eigener Wohnsitz in Weimar war, besichtigt. Daran schloss sich eine kreative Aufgabe an: Die Schülerinnen und Schüler setzten sich als moderner Mensch mit den Eindrücken des Hauses und seiner Geschichte auseinander, indem sie einen inneren Monolog verfassten. Diese wurden abends vorgetragen und nach einer Abstimmung wurde der beste innere Monolog mit einem Preis gekürt – Jana Brunnen hat gewonnen. Danach wurden gemeinsam mit der ganzen Gruppe Lieder gesungen, die von Nils Prior an der Gitarre begleitet wurden.

(Deutsch LK vor Goethes Wohnhaus)

(Referate am Marktplatz vor dem Rathaus)

(Geschichte LK vor dem Hotel Elephant)

 

Impressionen in der Bibliothek:

Am Mittwoch stand eine Rallye auf dem Historischen Friedhof an, bei welcher sich die Schülerinnen und Schüler an sechs Stationen mit den historischen Persönlichkeiten, die auf dem Friedhof begraben wurden, und diversen Aufgaben auseinandergesetzt haben. Danach wurden gemeinsam die Fürstengruft und die orthodoxe Kapelle daneben angesehen. Der Besuch des Hauses der Weimarer Republik war der nächste Programmpunkt. Hier konnten historische Artefakte angesehen werden oder man konnte an interaktiven Stationen sein Wissen testen. Eine kurze Dokumentation führte zu einem besseren Verständnis über die Weimarer Republik. Der Nachmittag und Abend konnte individuell gestaltet werden oder man schloss sich den Wahlprogrammpunkten der begleitenden Lehrer/ der Lehrerin an. Mit Herrn Dirk Biestmann-Tylinda und Herrn Peter Lohaus gingen einige Schülerinnen und Schüler ins Bauhaus-Museum, Frau Katharina Parusel ging mit ein paar Literaturfreunden in Goethes Wohnhaus am Frauenplan und in das Goethe-Nationalmuseum. Am Abend konnte freiwillig das Theaterstück „Lotte in Weimar“ von Thomas Mann angesehen werden.

Standbilder zu Goethes "Faust I":

(Bauhaus-Museum)

(Junozimmer in Goethes Wohnhaus)

Das Programm vom Donnerstag wird wahrscheinlich noch lange in Erinnerung bleiben, denn der Projekttag in der Gedenkstätte Buchenwald stand an. Zuerst wurde in einem Kinosaal ein thematischer Einführungsfilm angesehen. Danach wurde weiteres Vorwissen der Schülerinnen und Schüler aktiviert, indem historisch-kritisch Quellen beleuchtet wurden. Im zweiten Schritt wurde die Gedenkstätte unter Anleitung erkundet. Der Besuch der Dauerausstellung schloss den Projekttag ab. Am Abend wurden die Eindrücke des Tages und der bisherigen Fahrt beim gemeinsamen Abendessen reflektiert.

Am Freitagmorgen brach die Gruppe wieder nach Rheine auf, jedoch gab es noch einen letzten Programmpunkt: Der Besuch der Wartburg in Eisenach. Im Schnelldurchlauf wurden 1000 Jahre deutscher Geschichte vermittelt. Die Schülerinnen und Schüler erhielten Informationen zum Aufbau und der Architektur der mittelalterlichen Burg, die Legende der Heiligen Elisabeth von Thüringen wurde erläutert, der Minnesang (mittelalterliche Liebeslyrik) und der Sängerkrieg auf der Wartburg wurden thematisiert und natürlich wurden auch die Spuren Martin Luthers erklärt und veranschaulicht. Nach der Besichtigung der Kunstsammlung der Wartburg, fuhr die Gruppe weiter nach Rheine.

(Der Bogen- unser Zählritual)

Nils Prior muss an dieser Stelle ein besonderer Dank ausgesprochen werden, denn er trug im Vorfeld der Fahrt zahlreiche Lieder für ein Liederheft zusammen. Auch Noah Müller ist zu danken, da er die ganze Fahrt über die Erste-Hilfe-Tasche der Schule trug.

 

 

(Text und Fotos: Katharina Parusel) 

Q1: „Die Krankheit möchte ich sehen, die sich an einen Arzt traut!“ – „Der Eingebildete Kranke“ wurde aufgeführt

Nach einem Jahr harter Arbeit führte der Literaturkurs der Q1 des Dionysianum am vergangenen Dienstag und Mittwoch das Stück „Der eingebildete Kranke” von Moliére auf. Aber wie kam es eigentlich dazu? Im Dezember letzten Jahres entschieden sich die 17 Schülerinnen und Schüler des Kurses dafür, diese klassische, aber gleichzeitig immer noch aktuelle Komödie in zwei Sets aufzuführen, ohne zu ahnen, welche Aspekte, Fragen, Hindernisse oder auch Probleme bedacht werden müssen.

Zunächst stellten sich die offensichtlichen Fragen in Bezug auf die Umsetzung der angelegten Charaktere: Wie inszeniert man ein tatkräftiges und freches, aber auch hilfsbereites Dienstmädchen? Wie stellt man einen überzeugten Hypochonder, der doch erstaunlich schnell werden kann, dar? Oder:  Worauf muss man achten, wenn die Tochter des Hauses heimlich auf ihren Traummann trifft? Die wichtigste Frage von allen war aber zunehmend: Was soll ich tun, wenn ich auf der Bühne bin und keinen Text habe?

Wie stellt man sich einer derartigen Vielfalt an Aufgaben? Das geht nur als Team. Im Team wurden Kostümprobleme gelöst, Text gelernt, das Bühnenbild beschafft, erstellt, transportiert und die Technik geplant. Mit der tatkräftigen Unterstützung der VhS, in deren Räumlichkeiten auch aufgeführt wurde, bzw. von Carlos Silva, den Licht- und Tontechniker der VhS, organisierten die Schülerinnen und Schüler den Ton und die Mikros (Jolene Robers, Hannah Book und Hannah Hülsing) und die Ausleuchtung der Bühne (Ashley Hofmann, Regina Radtschenko, Jana Temke und Yara Huesmann) sowie der Nebenbühne durch Spotlights (Frederike Seggering, Venja Fontein, Pablo-Gerome Vaßholz).  

Nur durch diese Teamarbeit konnte letztendlich ein aufgeregter, kranker Argan (gespielt von Jan-Luca Fröse / Ashley Hofmann), ein unverschämtes Dienstmädchen (gespielt von Yara Huesmann / Regina Radtschenko) über die Bühne jagen, bis er von seiner geldgierigen Frau (Jana Temke / Frederike Seggering) getröstet wurde. So kam das Liebespaar (Hannah Hülsing / Jolene Robers und Leonie Hollenborg) zusammen, während der ungeliebte Nebenbuhler (Pablo-Gerome Vaßholz / Noah Müller) mit Keksen warf und das Bühnenbild vandalisierte.

Parallel gab es durch die tatkräftige Unterstützung der Jahrgangsstufe Q1 auch ein Catering mit Snacks und Getränken, was die Abende abgerundet hat.

Der Kurs ist über das Jahr hinweg immer mehr zusammengewachsen und hat sich allen Herausforderungen gemeinsam mit Fleiß, Geschick und Humor gestellt und es letztendlich geschafft ein kurzweiliges Stück zeitgemäß auf die Bühne zu bringen. Eine großartige Leistung – auf die sie zurecht stolz sind.

 

(Text: S. Tylinda, Bilder: S. Tylinda und K. Parusel)

Q1-Literatur: "Der Eingebildete Kranke"

Die Kostüme sind fertig, die Requisiten zusammengestellt, das Make-up erprobt: Jetzt ist es bald soweit! Wir, der Literaturkurs der Q1, laden ganz herzlich zu unserer Aufführung ein:

Wir freuen uns auch euch!

 

„Viel Lärm um Nichts“ oder: Ein Blick sagte mehr als tausend Worte…

… auch wenn die gesagten Worte an Doppeldeutigkeiten und Witz nicht zu verachten waren und den Blicken durchaus das Wasser reichen konnten.

Welche Blicke und welche Worte? – Natürlich die der Premiere von Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“, aufgeführt vom Literaturkurs der Q1 am Dio!

Sich in ein Stück bzw. eine Rolle hineinzuversetzen, das um 1600 veröffentlicht wurde, erscheint erst einmal nicht leicht. Wenn man dann die Inhalte kennt, verschwindet das erste Gefühl des Zweifels, denn wer kennt diese Themen heutzutage nicht? Die Suche nach der großen Liebe, Missgunst unter Geschwistern, Intrigen um des eigenen Vergnügens willen und ohne Rücksicht auf den Nächsten…

So will Don John sich nach dem vergeblichen Versuch, seinen Bruder Don Pedro zu stürzen, an diesem rächen. Auch wird es Hero, Tochter des Leonato von Messina, mit ihrer großen Liebe nicht leicht gemacht. Ihr geliebter Graf Claudio sitzt einer Verschwörung auf – die Hochzeit steht auf dem Spiel! Ihre selbstbewusste Cousine Beatrice sitzt ebenfalls einer allerdings nicht böse gemeinten Intrige auf – wird sie am Ende dem schlagfertigen und stolzen Benedick verfallen? Und er ihr?

 

In einem liebevoll gestalteten Bühnenbild, einem italienischen Garten mit Bänkchen, Rosenspalier und Zugang zu Leonatos (Philip Rodriguez) Haus, wechselten sich ruhige, spannende, und aufwühlende Szenen ab.

Während sich Beatrice (Hannah Schrief) sofort durch Witz, Schlagfertigkeit und Textsicherheit hervorhob, sah Hero (Lisa Helmes) zunächst recht still, klein und unbedeutend neben ihr aus. Doch mit dem ersten kommentierenden Blick verzog sich dieser Eindruck sofort und wer den Spruch „Ein Blick sagt mehr als tausend Worte“ noch nicht kannte oder verstanden hatte, bekam hier eine wunderbare Nachhilfestunde. Auch später, mit mehr Text, stellte sich Hero keineswegs in den Schatten der anderen Figuren.

Absolut authentisch war die Darstellung des Benedick (Niklas Schwabedissen), der Beatrice gekonnt parierte und in seiner Gestik und Mimik einfach echt wirkte – im Stück wie auch im wahren Leben könnte er uns genau so auf der Straße begegnen. Ein jugendlicher Heißsporn, der sich die Hörner erst noch abstoßen muss, der trotzdem sehr intelligent ist – der birgt schon eine Herausforderung für ein junges Mädchen… Ganz im Gegenteil zu ihm schien sein Freund, der ebenfalls unglaublich textsichere Graf Claudio (Hannes Seggering), überlegt, sehr romantisch und darum bemüht, niemanden zu verletzen oder schlecht zu behandeln. Nur zwei Mal lässt er sich von Gefühlen übermannen und nicht vor seinen Handlungen nachdenken – tolle Umschläge der Stimmung waren hier garantiert und ließen das Publikum mitfiebern.

Einen großartigen Job machten auch die Kammerzofe (Chiara Bertling) und das Hausmädchen (Malin Schütte), die immer wieder durch kleine Impulse im Vorder- und Hintergrund auffielen und zugleich als Bühnenarbeiterinnen unauffällig zwischen Leonatos Garten und einer Kathedrale für die Hochzeitsgesellschaft umbauten.

Vor allem der ausführende Oberintrigant aus Don Johns (Özcan Volkan) Gefolge, Borachio (Sophie Hetche), verdient hier neben den Hauptrollen ein Lob. Sein unverfrorenes, selbstverliebtes Auftreten und seine „freche Schnauze“ konnte man ihm zu einhundert Prozent abkaufen – fast könnte man meinen, einen hochintelligenten, höchst manipulativen Politiker vor sich zu haben, der im Hintergrund die Fäden (für seinen Kanzlerkandidaten) zieht.

 

Wenn man nun dachte, nach ersten Teil und vor der Pause alle Charaktere zu kennen, so wurde man im zweiten Teil eines Besseren belehrt. Der im wahrsten Sinne des Wortes „Kracher“ des Stücks kam jetzt erst zum Einsatz: Hundsvogt (Adrian Schuma), der debile Polizeichef von Messina, trat laut, trampelig und scheinbar völlig unprofessionell durch die Tür der Aula herein – eben wie ein Schüler, der noch nicht gelernt hat, ein gewisses Benehmen an den Tag zu legen. Auch mit seinen ersten Worten, augenscheinlich nicht den bestgewählten und ordentlich den Sinn verfälschend, machte er den Eindruck, durchaus fehl am Platz zu sein. Doch Moment – dieser Polizeichef war einfach so – ein weniger an Sorgfalt und Gerechtigkeit und mehr an Häppchen, Wein, wenig Arbeit und sich selbst interessierter Mann! Eine andere Darstellung dieser Rolle hätte sicherlich nur halb so viel Komik mit sich gebracht und das Publikum so von sich überzeugen können. Genau diese Interpretation der Rolle macht das Stück hier so einzigartig, witzig und in höchstem Maße unterhaltsam.

 

Die Polizeistation, die klugerweise von der restlichen Bühne getrennt worden war und sich am anderen Ende der Aula befand, war ebenso gut durchdacht und eingerichtet worden wie das „große“ Bühnenbild und die Kostüme. Jedes Detail war überlegt eingesetzt worden, sodass diese neben der tollen schauspielerischen Leistung über einzelne kleine Versprecher durch Lampenfieber oder eine Menge an Text hinwegsehen ließen, die die Authentizität der Darstellerinnen und Darsteller eigentlich nur noch stärker werden ließ.

 

Fazit: Ein sehr moderner Shakespeare wurde von unerfahrenen, aber tollen Schauspielerinnen und Schauspielern großartig in der Premiere inszeniert! Standing Ovations am Ende: berechtigt und verdient!

 

Vielen Dank dem Literaturkurs und der Leiterin, Frau Tylinda, für einen mehr als unterhaltsamen Abend!

 

 

Und für alle, die diese Premiere verpasst haben: Es gibt noch 2-3 Karten für Montag, 02.07.18, 19 Uhr! Schlagt zu, es lohnt sich!

 

 

 

(Text u. Bild: M. Witczak)

 

Der Literaturkurs lädt ein

Kostüme, Bühnenbild und Text sind da - die Proben laufen. Jetzt laden wir, der Literaturkurs der Q1, alle herzlich ein zu unseren Aufführungen am 26.06.2018 und 02.07.2018. Gespielt wird William Shakespeares "Much Ado About Nothing" - Viel Lärm um Nichts in deutscher Sprache mit viel Witz, Charme und einem kleinen Snack.

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