• Kollegium 1912 mit Geheimrat Dr. Anton Führer
  • Klettern auf Borkum
  • Juist 2016

  • Die SV auf Norderney Nov 2017
  • Proben in Heek
  • Englandaustausch - Lake District
  • Dionysianum Januar 2019 (lieben Dank an Nils Prior)

  • Luftballons
  • Abitur 2019
  • 2019 Q2 in Bruessel bei der EU / am Atomium

  • Gemeinsamer Wandertag nach MS 2017
  • Orchester Gymnasium Dionysianum
  • Kardinaltugenden
  • Kollegium um 1912 mit Geheimrat Dr. Anton Führer
  • Klassenfahrt nach Borkum
  • Dionysianum: Frankebau 1906
  • Klassenfahrt nach Juist
  • SV-Fahrt
  • Gemeinsame Romfahrt 2009
  • Proben an der Landesmusikschule Heek
  • Englandaustausch - Lake District
  • 10. Januar 2019 (c) Nils Prior
  • Abiturball: Ballons mit Träumen
  • Abiturentlassung 2019
  • Studienfahrt nach Brüssel zur EU / am Atomium
  • Wandertag 2017 nach Münster
  • Gemeinsamer Wandertag nach Scheveningen
  • Abizeugnisübergabe
  • Schülerorchester in St. Peter
  • Die vier Tugenden - ein Geschenk des VADs
  • Inschrift am Frankebau
  • Dionysianum: Kleihuesbau 2000

„Nächstes Jahr in Jerusalem!“ – Reisebericht der Fortbildung für Religionslehrer*innen

„Nächstes Jahr in Jerusalem!“ – Diesen Wunsch rufen sich Juden am Ende des Pessach-Festes zu. Jerusalem – eine Stadt wie keine andere! Eine Stadt, in der die drei monotheistischen Weltreligionen aufeinandertreffen. Folglich ist dies der ideale Ort für eine Fortbildung für Religionslehrer*innen. Diesen Gedanken hatten auch Lioba Holtel (Gesamtschule Lengerich Tecklenburg), Andrea Reiling (Bischöfliches Generalvikariat Münster/ Erna-de-Vries-Realschule Münster) und Hendrik Drüing (Schulseelsorger am Gymnasium St. Mauritz Münster), welche die Reiseleitung dieser Fortbildung waren.

In der zweiten Woche der Herbstferien folgten 28 Lehrer*innen aller Schulformen aus dem Bistum Münster der achttägigen Fortbildungseinladung und flogen zusammen mit der Reiseleitung nach Israel. Darunter waren auch Nadine Stuke und Norbert Otten vom Kopernikus-Gymnasiums sowie Janet Pleie und Katharina Parusel vom Gymnasium Dionysianum.

In Tel Aviv angekommen ging es zur ersten Herberge in Betlehem, der biblischen Geburtsstadt von König David und Jesus Christus. Schnell wurde klar, dass die romantisch-europäisch geprägte Vorstellung dieser Stadt abgelegt werden musste, denn Betlehem liegt geographisch im Palästinensergebiet und um in die Stadt hineinzukommen, müssen meterhohe Grenzmauern passiert werden.

(Brunnen auf dem Sherpherd`s Field)

Thematisch begann es mit einem geistlichen Impuls auf dem Shepherd's Field, wo nach katholischer Überlieferung die Geburt Christi angekündigt wurde. Anschließend wurde die Geburtskirche Jesu, die als ältestes christlich genutztes Gotteshaus gilt, aufgesucht.

(Wandmalerei in der Geburtskirche)

Der einheimische Guide Elias Abu Oksa berichtete auch von der politischen Situation in Betlehem, die durch die acht Meter hohe Mauer, welche die ganze Stadt umgibt, verdeutlicht wird. Der Streetart-Künstler Banksy, dem das Walled Off Hotel im Schatten der Mauer gehört, hinterließ 2005 ein politisches Statement, in Form eines Graffitis, auf der Mauer, sodass diese zu einer Touristenattraktion wurde. Diese Attraktion wurde auch von der Gruppe  bestaunt. Zudem wurde in Betlehem das Kinderspital, das einzige ausschließlich auf Kindermedizin spezialisierte Spital im Westjordanland, aufgesucht.

(Graffiti auf der Mauer)

In Jerusalem wurde das facettenreiche kulturelle und religiöse Leben deutlich: Die Gruppe besichtigte zunächst zahlreiche biblische Wirkungsstätten rund um den Ölberg. Am jüdischen Friedhof vorbeigehend (zum Gedenken an die Toten werden dort Steine statt Blumen auf die Gräber gelegt), wurde die römisch-katholischen Kirche Dominus flevit auf dem Ölberg,  der Garten Gethsemane sowie die sich auf dem Gelände befindende Kirche aller Nationen (Basilica Agoniae Domini) besichtigt. Über die Via Dolorosa, ein Prozessionsweg benannt nach  dem Leidensweg Jesu von Nazareth, ging es zu weiteren Sehenswürdigkeiten Jerusalems, wie beispielsweise die St.-Anna-Kirche in der Nähe des Löwentores, der Bethesda-Teich, eine Zisterne, der heilende Kräfte zugesprochen werden, oder das Österreichische Hospiz. Am Ende der Via Dolorosa befindet sich die Grabeskirche, wo Jesus Christus gekreuzigt, begraben und wieder auferstanden sein soll. Heute beheimatet die Grabeskirche sechs unterschiedliche christliche Konfessionen, die Schlüsselwächter der Kirche sind jedoch muslimisch – eine Verfügung von Sultan Saladin aus dem Jahr 1187.

(Kreuze  können auf der Via Dolorosa geliehen werden.)

(Frau Parusel und Frau Pleie vor dem Felsendom)

Auf dem Tempelberg wurde ein Einblick in die Gebets- und Glaubenspraxis des Judentums und des Islams gegeben, denn dort bot sich die Möglichkeit, den Felsendom, die Al-Aqsa-Moschee und die Klagemauer zu besichtigen. Am Osthang des Zionsbergs entlang ging es weiter zu der Kirche St. Peter in Gallicantu. Anschließend ging es zum Grab von Oskar Schindler, ein Deutscher, der zurzeit des Zweiten Weltkrieges 1200 jüdische Zwangsarbeiter rettete. Auf dem Berg Zion angekommen, wurden zwei wichtige Pilgerstätten in einem Gebäude aufgesucht:  Das Grab vom biblischen König David und der sich darüber befindende Abendmahlssaal, der Ort, an dem Jesus und seine Jünger am Vorabend der Kreuzigung das letzte gemeinsame Mahl eingenommen haben sollen. Das Jüdische Viertel konnte individuell erkundet werden, sodass viele alltägliche Situationen beobachtet werden konnten. Zudem fand in dieser Woche auch das Laubhüttenfest (Sukkot) statt. Dieses Fest, welches vergleichbar ist mit dem christlichen Erntedankfest, wird zur Erinnerung an die Flucht der jüdischen Vorfahren aus Ägypten und an ihre lange und beschwerliche Reise durch die Wüste gefeiert.

(Klagemauer)

(Grab von Oskar Schindler)

Nach dem Einblick in das alltägliche Leben des Judentums, mussten wir uns als deutsche Reisegruppe der Vergangenheit stellen. Wir besuchten Yad Vashem, der Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust. Das eindrucksvolle Museum und die zahlreichen Gedenkstätten und Kunstinstallationen auf dem Gelände erinnern an die sechs Millionen Juden, die im Holocaust von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird dieser Tag lange in Erinnerung bleiben, denn es ist prägend, dass Museumsexponate in der Muttersprache gelesen werden können, obwohl man knapp 3000 km von Zuhause entfernt ist.

(Deportationswaggon in Yad Vashem)

Die Festung Masada (ein Palast von König Herodes), der Nationalpark En Gedi, der eine Oase in der Judäischen Wüste ist, Qumran (Fundstelle von 850 Schriftrollen der jüdischen Bibel), und das Tote Meer, in welchem auch ein Bad genommen werden konnte, waren weiter Ausflugsziele in der Wüste.  

(Masada: Blick auf das Tote Meer)

(En Gedi: David Wasserfall)

(Qumranhöhle Nr. V)

(Badestrand am Toten Meer)

Die letzte Station der Reise war in Tabgha, von dort wurden Pilgerstätten rund um den See Genezareth aufgesucht. Nach einer kurzen Wanderung zur Brotvermehrungskirche fuhr die Gruppe mit dem Bus zur Primatskapelle (mensa Christi). Diese Kapelle markiert den Ort, an dem Jesus nach der Auferstehung mit seinen Jüngern das Mahl am See eingenommen haben soll. Auf dem Berg der Seligpreisungen, wo Jesus seine Bergpredigt (Mt 5-7) gehalten haben soll, wurde gemeinsam eine Messe gefeiert.  Nach der Besichtigung des einstigen Fischerdorfes Kapernaum unternahm die Gruppe eine Bootstour über den See Genezareth.

Am letzten Tag wurden im Schnelldurchlauf vier Städte erkundet. Morgens wurde das Karmelitenkloster Stella Maris und der Bahai-Tempel (eine Religion, die einen abrahamitischen Monotheismus mit eigener Prägung lehrt) mit seinen Gärten in der Stadt Haifa besichtigt. Der Basar, die Seepromenade und die Templergasse der Altstadt Akkos, die Hafenstadt der Kreuzritter, waren die nächsten Stationen. In Nazareth wurden gleich zwei Verkündigungskirchen Mariens betrachtet, eine römisch-katholische und die griechisch-orthodoxe Kirche. Es gibt innerhalb der Konfessionen unterschiedliche Überlieferung, wo der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria erschien. Am Nachmittag wurde in Kana, dort wo Jesus auf einer Hochzeit sein erstes Wunder gewirkt haben soll (Joh 2, 1-12), ein Abschlussimpuls gefeiert. Vor Ort wurde uns im Weinhandel mitgeteilt, dass die Reste des Weinwunders heute immer noch in Flaschen zu erwerben seien.

(Haifa: Bahai-Tempel mit Gärten)

(Akko)

(Blick auf den See Genezareth)

Nach acht Tagen Pilgerfahrt endete die Fortbildung mit einer Messe am Ufer des Sees Genezareth am Pilgerhaus in Tabgha. Auf dem Rückweg zum Flughafen wurde aus dem Bus heraus Tel Aviv angesehen.

Ein besonderer Dank gilt der Reiseleitung dieser Fahrt. Es ist zu hoffe, dass dieses Fortbildungsformat auch zukünftig weiter angeboten wird, denn die zahlreichen Impulse und Eindrücke bereichern den Schulalltag und insbesondere den Religionsunterricht.

(Straßenschild in Jerusalem)

(Text: Katharina Parusel, Bilder: Pilgergruppe Israel 2019)

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